Letzte Änderung: 12. Mai 2021

Benjamin Lahusen

Kontakt

 

E-Mail: benjamin.lahusen@rewi.hu-berlin.de

Seit dem 1. Mai 2020 bin ich in der Geschäftsstelle der Beratenden Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz, tätig.

                                                     Dr. Benjamin Lahusen
 © Mirko Krenzel für VolkswagenStiftung

Vita

 

Ich wurde 1979 in Stuttgart geboren, habe in Tübingen, Lausanne, Berlin (HU) und New York (Columbia) Rechtswissenschaft studiert, war nach dem ersten Staatsexamen drei Jahre Doktorand am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main, wurde am Berliner Kammergericht zum Volljuristen ausgebildet, habe danach fünf Jahre lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Rostock gearbeitet und war von 2015 bis 2020 Nachwuchsgruppenleiter an der juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit April 2021 bin ich Privatdozent für Bürgerliches Recht, Neuere Rechtsgeschichte, Juristische Zeitgeschichte und Rechtstheorie.

Forschung

 

Meine wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf Rechtsgeschichte und Rechtstheorie der Neuzeit. 2007 habe ich gemeinsam mit Rainer Maria Kiesow, Regina Ogorek und Dieter Simon die Zeitschrift Myops gegründet, eine Art juristisches Feuilleton, das dreimal im Jahr erscheint und vor allem Texte aus den Grundlagenfächern versammelt.

In meiner Dissertation über Rechtspositivismus und juristische Methodenlehre (2011) habe ich versucht, den juristischen Positivismus mit Hilfe eines systemtheoretischen Vokabulars zu rekonstruieren. Ein anschließender Essay beschäftigt sich mit Leben und Werk von Friedrich Carl von Savigny (2012), dessen konservatives Programm unser Verständnis von Rechtswissenschaft bis heute prägt.

Danach habe ich mit Unterstützung der Daimler-Benz-Stiftung Herkunft und Ausprägung des sogenannten „Stillstandes der Rechtspflege” untersucht, einer Besonderheit, derer sich die deutsche Zivilprozeßordnung bedient, um den Ausnahmezustand zu domestizieren und juristisch handhabbar zu machen. Flächendeckend eingetreten ist dieser Stillstand nur ein einziges Mal: Mit dem Einmarsch der Alliierten seit September 1944. Die Ergebnisse dieser Studie habe ich anschließend auf die Justiz der Stunde Null insgesamt angewendet. Gefördert von der VolkswagenStiftung habe ich erforscht, wie sich in konkreten Verfahrensakten aus allen Rechtsgebieten der gesellschaftliche Ausnahmezustand des Jahres 1945 widerspiegelt. Dabei ging es mir darum herauszuarbeiten, welche Normalitätsvorstellungen sich im Recht ablagern und wie sie dort gegen die Verwerfungen der Zeitläufte verteidigt werden. Das Vorhaben war auf fünf Jahre angelegt und wurde 2020 abgeschlossen.

 

Publikationen

 

Alles Recht geht vom Volksgeist aus. Friedrich Carl von Savigny und die moderne Rechtswissenschaft. Berlin: Nicolai 2012, 181 S.

Rechtspositivismus und juristische Methode. Betrachtungen aus dem Alltag einer Vernunftehe. Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2011, 238 S.

 

Außerdem:

Myops. Berichte aus der Welt des Rechts, hg. von Rainer Maria Kiesow, Benjamin Lahusen, Regina Ogorek, Dieter Simon. München: C.H. Beck, seit 2007, drei Bände pro Jahr.

Redakteur bei ancilla iuris. Lagen des Rechts (seit 2007)

Redakteur bei H-Soz-Kult. Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften (seit 2017)

Gelegentliche Beiträge in der ZEIT